Enterprise Architektur / Enterprise Architektur Management
In diesem Reiter werden die Grenzen eines ISMS (ISO/IEC 27001) bzw. BCMS (ISO/IEC 22301) aufgezeigt und wie eine mögliche Weiterentwicklung, in Form von einer Unternehmensarchitektur, oder besser und bekannter als „Enterprise Architecture“, aussehen kann. Ein ISMS und BCMS ist im Kapitel 4.1 der Geschäftszweck zu formulieren. Dieser Geschäftszweck ist im Kapitel 8 bzw. 8.1 mit den Betriebsprozessen
bzw. Wertschöpfung weiter zu formulieren. Die Unterteilung in Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse stammt aus der Qualitätsmanagement-Praxis nach ISO 9001. Ähnliches Verhält sich mit der ISO22301, die auf ein tiefes Verständnis des Geschäftszweckes abstellt. Denn Gegenstand eines BCMS ist eine Geschäftsfortführung, in einer extremen negativen Situation, die das Unternehmen auf einen niedrigen Einkommensniveau, diese Situation zu überstehen, zu ermöglichen. Im Kapitel 8.2 wird eine BIA, also eine Business Impakt Analyse (BIA) erforderlich. Hierzu gibt es eine Hilfestellung von der ISO/IEC 22317, die das Vorgehen einer BIA erläutert. Zur Implementierung eines BCMS ist die ISO/IEC 22313 zur Hand zu nehmen. Alle Normen setzen ein hinreichendes Verständnis der Geschäftsprozesse voraus.
Definition und Bedeutung einer EA/EAM
Im Felde kann man jedoch oftmals das Gegenteil beobachten. Genau hier setzt dieser Reiter an und bietet eine Lösung in Form einer „Enterprise Architecture“an. Es gibt die Norm ISO/IEC 15704:2019, die jedoch im Feld kaum verwendet wird. Weitverbreitet ist dagegen das TOGAF(R) Modell. Das TOGAF-Modell (The Open Group Architecture Framework) ist ein weltweit führendes, strukturiertes Framework für die Unternehmensarchitektur (Enterprise Architecture).
Kernziele von TOGAF
- Brücke zwischen Business und IT: Es stellt sicher, dass Technologie-Investitionen direkt die Geschäftsziele unterstützen.
- Standardisierung: Es liefert eine gemeinsame Sprache und strukturierte Prozesse für Systemarchitekten weltweit.
- Effizienzsteigerung: Durch Wiederverwendung von IT-Komponenten werden Kosten gesenkt und die Flexibilität erhöht.
Kernelemente einer EA/EAM
- Unternehmensarchitektur: Sie beschreibt den zusammenhängenden holistischen Bauplan einer Organisation. Sie zeigt, wie Geschäftsziele, Geschäftsprozesse, Daten, Anwendungen und die zugrunde liegende IT-Infrastruktur miteinander verknüpft sind.
- Ganzheitlicher Ansatz: Anders als eine reine Software- oder IT-Architektur betrachtet die Unternehmensarchitektur das gesamte System, also holistisch. Ziel ist es, neue Technologien und Veränderungen harmonisch einzubinden, statt isolierte Teillösungen („Inseln“) zu schaffen. Es schafft das Silo-Denken ab.
- Enterprise Architecture Management (EAM): Dies bezeichnet die methodische Steuerung und Planung dieser Architektur, um die IT optimal auf die langfristige Unternehmensstrategie auszurichten.
Die nachfolgende Grafik zeigt das TOGAF Modell

Das Herzstück: Die ADM (Architecture Development Method)
Das wichtigste Element von TOGAF ist die Architecture Development Method (ADM). Dabei handelt es sich um einen zyklischen, 9-phasigen Prozess, wie oben in der Grafik illustriert, zur Entwicklung und Verwaltung einer Unternehmensarchitektur:
- Vorabphase (Preliminary Phase): Definition von Rahmenbedingungen, Werkzeugen und Prinzipien.
- Phase A (Architecture Vision): Festlegung von Umfang, Zielen und Stakeholdern des Projekts.
- Phase B (Business Architecture): Beschreibung der Geschäftsstrategie, Prozesse und Organisation.
- Phase C (Information Systems Architectures): Gestaltung der Daten- und Anwendungsarchitektur.
- Phase D (Technology Architecture): Planung der Hardware-, Software- und Netzwerkinfrastruktur.
- Phase E (Opportunities & Solutions): Identifikation von Umsetzungspfaden und konkreten Projekten.
- Phase F (Migration Planning): Erstellung des detaillierten Migrations- und Roadmap-Plans.
- Phase G (Implementation Governance): Überwachung der Architekturkonformität bei der Umsetzung.
- Phase H (Architecture Change Management): Kontinuierliche Anpassung an neue Geschäftsanforderungen.
Zentraler Kern aller Phasen: Das Anforderungsmanagement (Requirements Management) steuert und validiert alle neun Phasen kontinuierlich.
Für das Enterprise Architecture Management (EAM) nach TOGAF (The Open Group Architecture Framework) gibt es eine Reihe etablierter Software-Tools. Diese unterstützen Architekten bei der Modellierung, der Verwaltung des Repositories sowie der Umsetzung der Architecture Development Method (ADM).
Wir verwenden entweder ein im Haus vorhandenes Tool oder setzten auf die OpenSource Variante Archi.
Wie diese komplexe Theorie in die Praxis umgesetzt wird, erfahren Sie in einem gemeinsamen Projekt.
„Gerne stehen wir für eine Umsetzung zur Verfügung.
Bitte sprechen Sie uns an, wir sind nur ein Anruf weit entfernt“.

